So geht Payroll
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Die neue Flexibilität! Mischt „Pay on Demand“ die Payroll auf?

Die neue Flexibilität! Mischt „Pay on Demand“ die Payroll auf?

 

Ein Gespräch mit Kurt Beckers 

Warten auf den Zahltag? Wie retro! Mit Pay on Demand holst Du Dir Dein verdientes Geld früher. Einfach per App, klick, zack, Konto voll. Keine Schulden, kein Stress, keine Anträge beim Chef. Für Unternehmen bedeutet das weniger Fluktuation und mehr Motivation.

Kurz gesagt entlastet es die Beschäftigten, macht die Payroll moderner und punktet in Sachen Employer Branding. Warum also noch bis zum Monatsende warten, sollte man meinen. Oder ist das Ganze doch nicht so einfach? Wir finden, es ist Zeit für einen ehrlichen Blick zwischen Euphorie und Realität.


Was steckt hinter Pay on Demand?

Die Idee ist eindeutig charmant: Du ziehst einfach per App das Geld, das Du sowieso schon verdient hast und musst nicht auf deinen teuren Dispo zurückgreifen. Das kann für viele Arbeitnehmer eine echte Entlastung sein. Wenn die Waschmaschine kaputt geht oder der teure Wocheneinkauf ansteht, können ein paar Tage mehr Spielraum den Unterschied machen.

Auch die psychologische Komponente ist nicht zu unterschätzen. Wer Zugriff auf sein Geld hat, fühlt sich souveräner und das überträgt sich auch auf die Motivation und die Bindung zu einem Arbeitgeber, der solche Dinge möglich macht. Letztlich geht es nicht nur um das Geld, sondern um das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben.

Was hat das Unternehmen davon?

Nicht nur die Belegschaft kann profitieren. Erfahrungsberichte zeigen, dass Unternehmen mit Pay on Demand im Angebot weniger Kündigungen und geringere Fehlzeiten verzeichnen. Außerdem ist dieses Benefit im Kampf um die besten Köpfe auf dem Arbeitsmarkt ein Argument; in Branchen mit hoher Fluktuation oder saisonalen Schwankungen kann das Gold wert sein.

Der Aufwand für HR ist zudem überschaubar, wenn das System gut angebunden ist. Moderne Anbieter kümmern sich um Datenschutz, Schnittstellen, Abrechnung und Support. Das klingt nach einem rundum positiven Paket.

Das große und das kleine Aber

So glatt läuft es in der Praxis allerdings nicht immer, denn Pay on Demand verändert auch das Lohngefühl. Wer ständig vorab sein Geld abruft, kann am Monatsende in die Falle tappen – das Konto ist leer, und plötzlich fehlt Struktur. Das ist besonders riskant für diejenigen, die ohnehin wenig verdienen oder keine Erfahrung mit Budgetplanung haben. Derartige Lösungen müssen folglich mit Weitsicht und vernünftigen Bremsen gestaltet werden.

Das Thema Geld ist in diesem Zusammenhang auch aus einer anderen Perspektive eher kritisch zu betrachten, denn regelmäßige Auszahlungen während des Monats können auf mögliche finanzielle Engpässe hindeuten. Auch wenn alles diskret per App läuft, kann sich hier schnell ein Druck aufbauen, der die Grenze zwischen Freiheit und Verführung verengt.

Ein gerne unterschätzter Punkt ist die Wahl des richtigen Anbieters. Pay on Demand wirkt erstmal wie smarte Technik, doch in der Praxis greift eine solche Lösung tief in die Lohnprozesse ein. Deshalb reicht es nicht, wenn die App schick aussieht. Vielmehr muss alles technisch sauber laufen, die Anbindung an das Lohnsystem muss perfekt funktionieren und der Anbieter sollte wissen, wie die Payroll wirklich tickt. Auch der Datenschutz, eine jederzeit transparente Abrechnung und ein klarer Support gehören dazu, ebenso wie viel Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten. Genau hinsehen lohnt sich also im wahrsten Sinne des Wortes!


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Großer Wandel, kleine Schritte

Trotzdem wäre es zu kurz gedacht, Pay on Demand einfach abzutun. Das Konzept zeigt ziemlich klar, wohin die Reise in der Lohnwelt geht – weg vom starren Monatsende, hin zu mehr Flexibilität und Selbstbestimmung. Das ist im Kern eine gute Entwicklung.

Damit das wirklich funktioniert, braucht es jedoch mehr als nur eine schicke App. Das Tool muss transparent sein, gut erklärt und vom Anbieter sauber begleitet werden. Die besten Lösungen bieten nicht nur schnelle Auszahlungen, sondern auch echte Unterstützung. Das beginnt bei wertvollen Tipps zum Umgang mit Geld, einem Überblick über die Ausgaben und klaren Regeln mit Blick auf Umfang und Taktung der vorab abrufbaren Gehaltsanteile. Erst dann wird aus der Idee für beide Seiten ein echter Vorteil.

Kein Allheilmittel

Pay on Demand ist kein Zaubertrank, kann aber ein wertvoller Baustein sein. Es gilt, die Sache gut und mit Weitsicht einzuführen und zu begleiten. Dann kann Pay on Demand für eine moderne Entgeltabrechnung einen echten Mehrwert generieren, der allen Beteiligten nutzt.


Pay on Demand

Pay on Demand bedeutet ganz simpel: Du kannst dir dein bereits erarbeitetes Gehalt früher auszahlen lassen, statt bis zum klassischen Zahltag zu warten. Normalerweise arbeitest du den Monat durch und siehst das Geld erst gesammelt am Ende oder Anfang des nächsten Monats auf deinem Konto.

Bei Pay on Demand hast du meist über eine App oder ein Portal im Blick, wie viel Lohn du bis heute schon verdient hast und kannst dir davon bei Bedarf einen Teil sofort auszahlen lassen, wenn beispielsweise spontan eine größere Rechnung reinkommt oder das Auto in die Werkstatt muss. An deinem regulären Zahltag wird dann einfach verrechnet, was du dir schon vorab geholt hast, und du bekommst nur noch den Rest. Oft nennt man das auch Earned Wage Access oder Gehalt-on-Demand, weil es dir einen flexiblen Zugriff auf Geld gibt, das du schon erarbeitet hast, ohne gleich in teure Dispo- oder Kurzzeitkredite rutschen zu müssen.


Kurt Beckers:
"Wenn die Waschmaschine kaputt geht oder der teure Wocheneinkauf ansteht, können ein paar Tage mehr Spielraum den Unterschied machen."


FAQs – kurz, klar, ehrlich

Was ist Pay on Demand?
Ein System, bei dem Beschäftigte ihr bereits verdientes Gehalt vor dem regulären Zahltag abrufen können.

Wie funktioniert das technisch?
Über eine App, die an die Entgeltabrechnung angebunden ist. Die Daten werden ohne manuellen Mehraufwand in Echtzeit verarbeitet.

Was kostet es das Unternehmen?
Das hängt vom Anbieter ab. In der Regel gibt es nutzerbasierte Lizenzmodelle. Wichtig ist, was drinsteckt: Nur Auszahlung oder auch Begleitfunktionen?

Ist das Ganze sicher?
Ja, wenn Anbieter Datenschutz, Hosting und IT-Sicherheit ernst nehmen. Serverstandort Deutschland, Zwei-Faktor-Login, verschlüsselte Schnittstellen sollten Standard sein.

Wo liegen die Risiken?
Bei unklaren Regeln, schlechtem Budgetverhalten oder halbherzigen Lösungen kann das System schnell ins Gegenteil kippen. Transparenz und Begleitung sind Pflicht.

 


Die Podcast-Folge mit Kurt Beckers:

 


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