So geht Payroll
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HR-Transformation | Weniger reparieren, mehr gestalten?

HR-Transformation | Weniger reparieren, mehr gestalten?

 

Ein Gespräch mit Tobias Goers 

HR soll gestalten, strategisch arbeiten und an der Zukunft bauen. In der Praxis verbringt das Personalmanagement jedoch viel Zeit mit Nacharbeiten, Korrekturen und Abstimmungen zwischen HR-Systemen.

Genau hier setzt Tobi Goers in unserem Podcast an. Der Country Manager von Dayforce DACH glaubt, dass HR zu langsam ist, weil die Personaler in zu vielen isolierten Systemen festhängen. Ist das wirklich so?


Sehr gründlich und manchmal zu gründlich vorsichtig

Tobi beschreibt HR in Deutschland als extrem gründlich und regelorientiert. Das ist im Payroll-Umfeld ohne Frage eine Stärke, denn Fehler kosten Geld und Nerven.

Diese Gründlichkeit kann nach Tobis Meinung allerdings Innovationen ausbremsen. Während neue Technologien wie KI enorme Geschwindigkeit entwickeln, diskutieren viele Unternehmen noch über Systemarchitekturen und Projektpläne. Ob man das als „zu vorsichtig“ oder als „verantwortungsvoll“ bewertet, hängt vom Blickwinkel ab. Klar ist nur: Tempo und Struktur müssen heute besser zusammenspielen als früher.


Tobi Goers:
"KI kann nicht zaubern!"


Zwölf einsame HR-Tools?

Im Schnitt nutzen Unternehmen im Schnitt zwölf HR-Tools, eine erstaunliche Zahl.

Recruiting, Learning, Performance, Zeitwirtschaft, Payroll. Alles eigenständig organisiert und jede Lösung mit eigener Logik eigenen Datenmodellen? Kommunikation nur über Schnittstellen? Das ist ein echtes Brett!

Tobis Schlussfolgerung: Wer ständig Daten überträgt und Systeme synchronisiert, kann nicht strategisch arbeiten, sondern hält sein Personalmanagement HR im chronischen Reparaturmodus.

Zeitwirtschaft und Payroll gemeinsam gedacht

Besonders deutlich wird Tobi beim Thema Zeitwirtschaft und Payroll. Für ihn gehören beide zusammen. Wer sie trennt, produziert unnötige Fehler, Rückrechnungen und Frust bei Mitarbeitern, sagt er. Gerade bei Schichtmodellen, Zuschlägen und komplexen Arbeitszeitregelungen sieht er hier die größten Reibungsverluste.

Das ist eine klare Position.

Man kann darüber streiten, ob jedes Unternehmen zwingend eine vollständige technische Integration braucht oder ob gute Schnittstellen ausreichen. Doch Zeitdaten sind tatsächlich die Basis jeder sauberen Abrechnung, das ist unbestritten.


Lesetipp:
Die Kolumne von Bernhard Poetschki
zum Thema Wertschätzung

 


KI kann nicht zaubern

Auch beim Thema Künstliche Intelligenz bleibt Tobi nüchtern: KI bringt nur dann echten Mehrwert, wenn die Daten sauber, vereinheitlicht und in einem durchgängigen System verfügbar sind. Ohne strukturierte Datenbasis bleibt KI eher Marketing als Mehrwert.

Das ist ein realistischer Gedanke. Man darf sich fragen, ob die Systemlandschaft darauf vorbereitet ist.

HCM-Projekte: Technik oder fehlendes Zielbild?

Viele Projekte zur Einführung neuer Personalsoftware scheitern laut Tobi nicht an der Technik selbst. Sie scheitern, weil kein klares Zielbild für die zukünftige Arbeitsweise der Personalabteilung festgelegt wurde. Unternehmen starten oftmals gleich mit einer Anbieterauswahl, Vorführterminen und langen Anforderungstabellen, ohne sich vorher zu fragen, wie die eigene Personalabteilung künftig überhaupt arbeiten soll.

Ohne dieses Zielbild werden bestehende Abläufe oft einfach in ein neues System übertragen, meint Tobi. Neue Oberfläche, alte Komplexität. Das ist ein wichtiger Impuls aus dem Gespräch: Die Einführung eines Systems ersetzt keine strategische Entscheidung.


„Blue Collar“ stärker mitdenken

Viele Transformationsprojekte richten sich vor allem am Hauptsitz und an Verwaltungsbereichen aus. Dabei entsteht ein großer Teil der Wertschöpfung in Produktion, Logistik oder direkt im operativen Geschäft. Hier sieht Tobi enormes Potenzial durch transparente Zeitmodelle, mobile Self-Services und verständliche Abrechnungen. Das ist eine bewusste Schwerpunktsetzung auf die Brennzelle der Wirtschaft, in der viel Wert geschaffen wird.


In Kürze

Tobi Goers liefert im Podcast eine klare Perspektive auf typische Schwachstellen in HR- und Payroll-Strukturen. Es geht ihm um weniger Systembrüche, stärker integriertes Denken und vor allem mehr Klarheit darüber, wie HR künftig arbeiten soll.

Wenn du dir dazu selbst ein Bild machen willst, hör Dir die komplette Podcast-Folge an, es lohnt sich!

 


Die Podcast-Folge mit Tobias Goers:

 


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