So geht Payroll
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Cyberattacken auf die Payroll | 12 goldene Tipps vom Profi

Cyberattacken auf die Payroll | 12 goldene Tipps vom Profi

 Foto: Erstellt mit Midjourney.

Wir haben uns mit  IT-Sicherheitsexperten David Schramm zusammengesetzt. Er analysiert reale Cyberangriffe auf Unternehmen und legt hier ein besonderes Augenmerk auf Finanz- und Personaldaten. Genau dort ist die Payroll unterwegs.

David hat uns wertvolle Hinweise gegeben, die wir hier mit euch teilen möchten.

Er hat Risiken identifiziert und dargestellt, wie man diese vermeidet. Eines wurde uns klar: Die größte Sicherheitslücke in der Payroll ist nicht der Hacker, sondern die eigene gewachsene Routine.


Die Payroll ist eine Hochsicherheitszone, wir wissen das alle. Hier laufen Gehaltsabrechnung, Steuerdaten, Sozialversicherungsnummern, Bankverbindungen und sämtliche HR-Stammdaten zusammen.

Ein wahrhaft sensibler Bereich und genau deshalb sind Fehler so gefährlich. Ein falscher Klick, eine unklare Datei-Regel oder eine unbedachte Änderung von Bankdaten kann erhebliche finanzielle Schäden verursachen und überdies das Vertrauen der Mitarbeiter nachhaltig erschüttern.


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„Das machen wir schon immer so!“

Cyber-Attacken auf die Payroll sind in diesem Zusammenhang ein besonderes Risiko und es gilt, sich umfassend dagegen zu schützen. Dennoch entstehen die meisten Probleme nicht durch spektakuläre Hackerangriffe, sondern durch Routinen und gewachsene Prozesse, die nicht hinterfragt werden. „Das machen wir schon immer so“, ihr kennt das. Genau diese Gewohnheiten sind es, die David in seiner Praxis immer wieder als Einfallstor erlebt.

Die 12 gefährlichsten Fehler in der Payroll

Deshalb haben wir hier die 12 häufigsten Fehler zusammengestellt, die David in Unternehmen sieht - Lösungsvorschläge inklusive:

1. Alle Dateien öffnen, ohne zu überlegen

Jede Datei wird akzeptiert.
Lösung: Klare Datei-Regeln. Nur definierte Formate zulassen.

2. Makros aktivieren

Makros sind automatisierte Befehle in Excel. Sie können aber Schadprogramme enthalten.

Lösung: Standardmäßig blockieren.

3. Unbekannte Programme nutzen

„Das ist unser Standard-Import.“

Lösung: Die Herkunft prüfen. Keine unbekannten Tools akzeptieren.

4. Bankdaten per E-Mail ändern

Eine gefälschte Mail genügt und das Gehalt landet woanders.

Lösung:

  • Rückruf über eine bekannte Nummer
  • Zweite Freigabe
  • Nutzung eines geschützten Portals

5. Dauerstress

Zeitdruck führt zu Klick-Fehlern.

Lösung: Checklisten bei sensiblen Prozessen.

6. Manuelle Eingaben sensibler Nummern

Ein Zahlendreher = falsche Zahlung.

Lösung: Auswahlfelder statt Freitext. Vier-Augen-Prinzip.


"Payroll-Sicherheit ist Chefsache!"
David Schramm IT-Sicherheitsexperte


7. Sensible Daten per Mail versenden

Falscher Anhang. Falscher Empfänger.

Lösung: Geschützte Austauschplattformen nutzen.

8. Kein Rechtekonzept

„Alle dürfen alles.“

Lösung: Klare Zugriffsbeschränkungen definieren.

9. Ausdrucke offen liegen lassen

Payroll-Listen gehören nicht auf den Drucker.

Lösung: Clean-Desk-Regel einführen.

10. Neue Kollegen nicht sensibilisieren

Sicherheit erst im Jahresmeeting? Zu spät.

Lösung: IT-Sicherheitsregeln ab Tag 1 vermitteln.

11. Kein gelebter Notfallplan

Im Ernstfall weiß keiner, was zu tun ist.

Lösung: Zuständigkeiten klar regeln und üben.

12. Kein Spezialist für IT-Notfälle

Erst suchen, wenn es brennt? Schlechte Idee.

Lösung: Vorab Experten definieren.

Payroll-Sicherheit ist Chefsache

Das Gespräch mit David Schramm war eindeutig: Payroll-Sicherheit ist Organisationsverantwortung – und damit Chefsache. Es geht um klare Prozesse, Zuständigkeiten und Kontrollen. Wer seine Payroll sauber strukturiert, spart Geld und Stress und schützt das Image seines Unternehmens. Gute Payroll-Prozesse sind aktiver Unternehmensschutz.


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