So geht Payroll
- Der Blog -
Ostern 2026. Auf dem Weg in den Feiertag öffnest du deine digitale Gehaltsabrechnung. Es ist wie immer, der Horror trägt einen Namen: Nettoentgelt. Brutto waren es noch 4.200 Euro, auf deinem Konto landen gerade mal mickerige 2.600 und ein paar Zerquetschte. Dein Magen macht den gewohnten Salto rückwärts. Genau in diesem Moment klopft es an deiner Tür.
Der Osterhase steht da, also der echte. Große und aufgeregte Ohren hat er und in seinen Augen spiegelt sich dein Frust. Und ja, ein Nest hat er auch dabei.
„Yo, Mensch“, sagt er mit tiefer Stimme. „Mein Name ist Hase, Dr. Hase. Setz dich. Wir müssen reden. Ich erklär dir jetzt, warum dein Nest jedes Mal halb leer bei dir ankommt.“
Dr. Hase hebt das Nest hoch wie einen Pokal. „Schau her: 4.200 € brutto. Das ist dein voller Verdienst. Dein Schweiß, deine Überstunden, dein Verhandlungsgeschick. Und eigentlich ist das alles deins!“
Dr. Hase dreht sich um. Hinter ihm steht das grinsende Finanzamt mit einem riesigen Steuerkorb. Weiter hinten spazieren die Krankenkasse, die Rentenversicherung, die Pflegeversicherung und die Arbeitslosenversicherung mit ihren Einkaufskörben und grüßen freundlich. Es geht wild durcheinander, alle rennen hektisch hin und her.
Dr. Hase seufzt tief. „Ich bring das volle Nest. Aber bevor du das überhaupt in die Hand kriegst, müssen die alle bedient werden. Keine Widerrede, das ist Gesetz!“
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Mitten im Chaos steht Mr. Payroll. Dunkle Sonnenbrille, Lederjacke über dem Hemd, ungerührt. Er checkt die Liste, zeigt auf jedes Körbchen: „Du 1.050 € Lohnsteuer. Du viele Euros an Krankenversicherung. Du noch mehr Renten-Euros. Und jetzt bitte weiter, wir haben Zeitplan.“
Mr. Payroll ist der Typ, auf den alle sauer sind. Doch er ist nur der Bodyguard. Und er verhindert, dass das Finanzamt später mit Nachzahlungs-Zinsen und Zwangsvollstreckung ankommt. Er stellt sicher, dass deine Rentenpunkte gezählt werden und du im Krankheitsfall nicht pleite bist.
Ohne Mr. Payroll würde das Nest in einer wilden Zerreißprobe landen. Mit ihm ist alles sauber, transparent und brav nach Gesetz. Auch wenn’s wehtut.
Plötzlich hoppelt der Dr. Hase nochmal zurück. In der Pfote ein extra dickes, golden schimmerndes Ei. „Bonus! 1.500 €! Jackpot, oder?“ Du jubelst innerlich. Endlich mal was Extra!
Aber dann… der Hase macht ein langes Gesicht. „Äh… das Ei ist special. Steuerlich anders und so.“ Und zack: Vom 1.500-€-Bonus bleiben netto vielleicht 800–900 €. Der Rest wandert in die bekannten Körbe und Wagen. Nur diesmal mit Turbo-Abzug.
Du starrst den Hasen an. „Warum?!“ Er zuckt die Schultern. „Gesetz. Nicht meine Idee. Frag mal in Berlin nach.“
Dr. Hase setzt sich jetzt richtig hin, schiebt das Nest zur Seite und wird ernst. „Hör zu. Es gibt zwei alte Regeln, die fast niemand checkt:
Das ist der Grund, warum dein Netto manchmal aussieht wie ein mieses Date: viel versprochen, wenig geliefert.“
Der Hase tippt auf ein winziges, aber stabiles Ei ganz unten im Nest. „Seit Januar 2026 gibt’s mindestens 13,90 € brutto pro Stunde. Das ist die neue Unterkante. Kein Arbeitgeber darf darunter gehen, sonst gibt’s Ärger.“
Bei 40 Stunden pro Woche sind das rechnerisch über 2.400 € brutto im Monat - und ab 2027 sogar 14,60 €. Der Hase grinst schief: „Das ist für viele wenig, aber es ist der Boden. Der Rest deines Nests? Den baust du dir selbst; durch Bildung, Verhandlung, Tarifvertrag oder einfach bessere Jobs. Und – na ja, Brutto ist nicht Netto, du weißt ja.“
Dr. Hase lässt die Ohren hängen, setzt sich auf den Boden und sagt leise: „Ich hab dir nichts geklaut. Ich schwör’s. Ich bring dir, was vertraglich und gesetzlich gilt. Der Rest wird verteilt. An die Gesellschaft. An deine Zukunft. An die Brücken, Krankenhäuser, Renten von morgen. Mr. Payroll berechnet nur. Aber das System, das haben wir alle mitgebaut.“
Dr. Hase steht auf und klopft dir auf die Schulter. „Nächstes Mal, wenn du die Abrechnung siehst und denkst ‚Scheiße, schon wieder…‘, dann denk an mich: Der Hase hat geliefert. Die anderen haben kassiert. Und Mr. Payroll hat’s fair aufgeteilt.“
Dann zwinkert er. „Und wenn du willst, dass dein Nest in Zukunft größer wird? Versteh die Regeln, verhandle härter, such dir bessere Eier. Und schimpf nicht auf den Boten, denn der bin ich.“
Nope, er verteilt nur nach Gesetz, wie ein ehrlicher Dealer.
Weil ~40–50 % direkt abgehen: Steuern + SV. Brutto ist der Hype, Netto die Realität.
Einmalzahlungen → höhere Steuerstufe + volle SV → fühlt sich wie Raub an, ist aber legal.
Der Gesetzgeber. Mr. Payroll führt nur Regie
… und Dr. Hase bring dir dein Nest – nicht nur zur Osterzeit.
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ÜBER DIE AUTORIN

Sina Schmidt
Sina ist Steuerberaterin und berät Mandanten zu komplexen steuerlichen Fragestellungen.
Doch das ist noch nicht alles, denn sie leitet auch ein Lohnservice-Team und ist der Payroll stark verbunden. Diese seltene Kombination macht sie zu einer wertvollen Ansprechpartnerin.
Durch ihre Expertise verbindet sie Steuerberatung und Payroll-Wissen zu einer ganzheitlichen Beratungsleistung. Sina arbeitet bei LPJ - Tax Law Transformation.
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Dr. Michaela Felisiak
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Dr. Dominik Sorber
Dominik ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht bei POELLATH + Partners.
Er berät deutsche und internationale Unternehmen in allen Bereichen des Individual- und Kollektivarbeitsrechts.
Ferner ist er Autor zahlreicher fachlicher Aufsätze und tritt als Referent bei Fachkonferenzen auf. Zudem engagiert er sich als Experte für innovative Mandantenberatung in den Bereichen Arbeitsrecht und Beschäftigtendatenschutz.
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Martin Stolzenburg | Mister bAV®
Martin hat sich Ende der 1990er Jahre auf die betriebliche Altersvorsorge spezialisiert und ist heute als „Mr. bAV®“ bekannt.
Er berät seit fast 30 Jahren Unternehmen und ihre Beschäftigten zur bAV und kann als unabhängiger Makler in die jeweilige bAV-Historie einsteigen sowie anschließend alte und neue Verträge gleichermaßen betreuen.
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Markus Matt
Markus ist HR-Fachjournalist und Dipl. Betriebswirt. Er ist seit 25 Jahren in der deutschen Personalszene unterwegs und hat die Branche aus verschiedenen Blickwinkeln kennengelernt, nahezu durchgängig mit einem klaren Fokus auf die Welt der Entgeltabrechnung.
Mehr als Jahrzehnt war er Chefredakteur eines HR-Fachmagazins- Außerdem hat er sich einen Namen als Autor, Moderator und Podcaster gemacht. Markus ist Inhaber einer Unternehmensberatung.
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Kai Fröhling
Kai ist ein erfahrener Payroll-Experte und Fachdozent mit Schwerpunkt. Als PAYROLL KOLLEGE® betreibt er einen YouTube-Kanal und zudem gemeinsam mit Markus den Podcast „So geht Payroll“, auf dem er komplexe Themen der Gehaltsabrechnung verständlich erklärt.
Der gelernte Konditor und Bürokaufmann entdeckte vor rund 10 Jahren seine Leidenschaft für die Entgeltabrechnung, die ihn nie wieder losließ. Seine Mission ist: „Dinge einfach machen!“

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